Tags zuvor habe er Winfried Kretschmann noch gefragt, ob er Uhlands „Schwäbische Kunde“ wohl öffentlich rezitieren könne, erzählte Bernhard Stengele zu Beginn seines Auftritts im Mössinger Kulturcafé am Freitag. Immerhin könne die Passage „Zur Rechten sieht man, wie zur Linken, einen halben Türken heruntersinken“ ja auch als Anspielung auf Cem Özdemirs Kandidatur zum Ministerpräsidenten missverstanden werden.
Der amtierende Ministerpräsident sah da kein Problem. „Wenn wir Uhland nicht mehr vortragen könnten, wären wir verloren“, habe Kretschmann geantwortet. Die Unterhaltung fand am Rande eines Neujahrsempfangs in Nürtingen statt. Dass die beiden sich dort begegneten, war kein Zufall. Denn Stengele war bis Dezember 2024 grüner Umweltminister und stellvertretender Ministerpräsident in Thüringen.
Nach Mössingen eingeladen hatte ihn der grüne Ortsverband Steinlach-Wiesaz, der seit fünf Jahren eine Partnerschaft mit dem Kreisverband der Partei im Altenburger Land in Thüringen pflegt. Während der gegenseitigen Besuche hatte man sich kennengelernt. Für seinen Auftritt in Mössingen, bei dem unter den 50 Besuchern auch der Landtagsabgeordnete Daniel Lede Abal war, hatte Stengele eigens ein literarisch-politisches Programm unter dem Titel „Heimat und Horizonte“ zusammengestellt.
Viel länger als Politiker ist der gebürtige Allgäuer nämlich schon Theatermensch. Mehr als drei Jahrzehnte lang arbeitete er als Schauspieler, Regisseur und Theaterdirektor in aller Welt. Fünf Jahre lang leitete er Theater und Philharmonie Thüringen. „Kunst bildet den Resonanzraum für mein politisches und gesellschaftliches Denken und Handeln“, sagt er selbst, „wir müssen auf der Bühne für den Erhalt unserer demokratischen Strukturen kämpfen.“
Auf Uhland folgten Gedicht-Rezitationen von Gustav Schwab, Friedrich Schiller, Heinrich Heine und Friedrich Hölderlin. Dazwischen stellte Stengele die Bezüge zur gesellschaftlichen und politischen Gegenwart her. Häufig humorvoll, garniert mit Anekdoten aus der Thüringer Landespolitik, an anderer Stelle mit viel Ernsthaftigkeit. So erzählte er, wie er als Student in Paris gelernt habe, was es bedeute, Deutscher zu sein, als eine ihm zugetane Kommilitonin zu ihm sagte: „Es geht nicht. Ich kann Dich nicht küssen, weil meine halbe Familie vergast wurde.“
Später musste er als Minister in Thüringen erleben, wie AfD-Politiker wenige Meter von ihm entfernt den Holocaust als „Fliegenschiss der Geschichte“ abtun und Auftritte im Parlament und in den Medien dazu nutzen, passende Schnipsel für verhetzende Botschaften in den sozialen Medien zu generieren. Trotzdem plädierte Stengele dafür, das Gespräch auch mit Wählerinnen und Wählern der AfD zu suchen, wenn diese zu einem Austausch bereit seien.
Er zitierte dazu den deutsch-israelischen Lyriker Jehuda Amichai: „An dem Ort, an dem wir recht haben, werden niemals Blumen wachsen. Der Ort, an dem wir recht haben, ist zertrampelt und hart wie ein Hof.“ Es dürfe nicht darum gehen, recht zu behalten, sondern jede noch so kleine Brücke ins Bessere zu finden. „Es steht uns allen frei, uns zu verbünden, um etwas Neues aufzubauen“, so Stengele. Zum Beispiel, erstmals alle Energie in diesem Land selbst produzieren zu können, ohne von totalitären Regimen abhängig zu sein.
Wer in den vergangen Tagen draußen war, weiß, dass die Frage relevant ist: Was tun gegen die veränderten klimatischen Bedingungen? Der Grüne Ortsverband Steinlach-Wiesaz hatte zur Radtour durchs Steinlachtal eingeladen, um sich Beispiele der Klimaanpassung anzuschauen. „Natürlich könnten wir Hitzeinseln und Problemstellen abfahren, um zu zeigen, wo sich der Klimawandel besonders drastisch zeigt. Doch wir haben uns bewusst für Orte entschieden, die Lösungen aufzeigen – gerade an heißen Tagen wie heute“, erklärte Katharina Matheis, Vorständin im Grünen Ortsverband.
Begleitet wurde die 20-köpfige Gruppe vom Grünen-Landtagsabgeordneten Daniel Lede Abal, der einen Einblick in aktuelle politische Entwicklungen gab. Vergangene Woche hat die Landesregierung ein Gesetz auf den Weg gebracht, das Kommunen bei der Umsetzung von Klimaanpassungsmaßnahmen unterstützen soll.
Zu Beginn gab Klara Strohmeier, die für die Klimaschutzagentur im Landkreis Reutlingen arbeitet, einen Überblick: Die Jahresmitteltemperatur in Mössingen ist gegenüber der Referenzperiode (1961-1990) um 1,1 °C gestiegen. Je nach Szenario wird die Lufttemperatur bis Ende des Jahrhunderts um weitere 2-4°C ansteigen. Die Zahl der Hitzetage steige deutlich, auch extreme Wetterereignisse nähmen zu. „Das kann beunruhigend sein, doch die gute Nachricht ist: Wir können uns anpassen.“
Erste Station war der Ofterdinger Wald. Förster Marcel Dörr informierte über klimabewusstes Waldmanagement. Die Situation sei ernst: Die heimischen Baumarten wie Buche, Fichte und Weißtanne kämen mit den geänderten Bedingungen zunehmend schlechter zurecht. „Ein vitaler Baum hat eine dichte Krone – aber schauen Sie nach oben: Hier fällt Licht durch die Blätter“, so Dörr. Vier von fünf Bäumen zeigten bereits sichtbare Schäden.
„Der Wald wird nicht sterben, aber er wird sich verändern.“ Ziel sei ein deutlich diverserer Baumbestand mit Arten wie Spitzahorn oder Linde, die besser mit Trockenheit und Hitze klarkommen. Eine wichtige Rolle spielten dabei die Jäger, die dafür sorgen, dass junge Bäume nicht von Wildtieren gefressen werden und wachsen können.
Nächste Station war das Mössinger Mühlegärtle, wo Baubürgermeister Martin Gönner die Gruppe begrüßte. Die Grünanlage gilt als gelungenes Beispiel für städtische Klimaanpassung – und wurde deshalb auch zu etwa 50 Prozent gefördert.„Je näher wir am Wasser sind, desto weniger greifen wir ein“, erklärte Gönner das Konzept. Oben befinden sich Wege, Spiel- und Aufenthaltsflächen, während die Uferbereiche der Natur überlassen bleiben. Enten schwimmen ungestört in der kühlen Steinlach, Fische sind im klaren Wasser zu sehen – ein lebendiger Naturraum mitten in der Stadt. Als grüner Gegenpol zur Neuen Mitte bietet das Mühlegärtle ein Stück Naherholung – besonders wertvoll an heißen Tagen wie diesem.
Am Wochenende 14. und 15. März 2025 gab es wieder einen Warentauschtag in der Aula der Friedrich-List-Gemeinschaftsschule. Dank vieler Spender, vieler Abholer und vor allem auch vieler Helfer konnten wieder unzählige Gegenstände vom Kochtopf bis zum Xylophon, von der Kindermütze bis zur Nachttischlampe ein neues Einsatzgebiet finden. Selbst kurz vor Ende der Veranstaltung gab es noch das eine oder andere Fundstück, das für glückliche Gesichter sorgte. Natürlich blieb auch wieder ein Rest übrig, der aber sorgfältig sortiert ebenfalls zu großen Teilen noch einer Weiterverwertung oder Recycling zugeführt wurde und der - verglichen mit dem riesigen angelieferten Warenberg – erstaunlich klein war. An dieser Stelle also ganz herzlichen Dank allen, die zum Gelingen beigetragen haben!
Zur Wahlkampf-Unterstützung unseres Partner-Kreisverbands Altenburger Land in Thüringen war eine Delegation des Ortsverbands Steinlach-Wiesaz vom 16. bis 18. August 2024 vor Ort. Auch Parteifreund*innen aus Rheinland-Pfalz vom KV Alzey-Worms und aus Bonn waren da, um den Altenburger Grünen am Infostand auf dem Marktplatz und bei der Flyerverteilung zu helfen.
Außerdem war reichlich Partei-Prominenz vor Ort: Bundestgasvizepräsidentin Katrin Göring-Eckardt, Bundesgeschäftsführerin Emily Büning und Thüringens Umweltminister Bernhard Stengele waren ebenfalls nach Altenburg gekommen.
Mit so einer tollen Truppe macht Wahlkampf auch in einem politisch schwieriegn Umfeld richtig Spaß!
Auch die zweite Auflage der Unterlagen im Rahmen des Planfeststellungsverfahrens für den vierspurigen Ausbau der B 27 auf der sogenannten Endelbergtrasse zwischen Nehren und Bodelshausen ändert nichts daran, dass diese Pläne ein weiteres Signal für ungehemmten Flächenverbrauch und den Vorrang des motorisierten Individualverkehrs gegenüber umweltverträglicheren Formen der Mobilität setzen.
Alternativen auf der bestehenden Trasse durch Ofterdingen wurden im Jahr 1998 als wirtschaftlich und verkehrstechnisch nicht konkurrenzfähig verworfen, obwohl sie von vielen Bürger*innen der angrenzenden Gemeinden als die bessere Option gesehen wurden und bis heute noch werden. Die Rahmenbedingungen, unter denen diese Entscheidung fiel, haben sich jedoch in den inzwischen vergangenen 25 Jahren maßgeblich verändert:
Der Ortsverband Steinlach-Wiesaz von Bündnis 90/Die Grünen lehnt daher die Planungen für den Bau der Endelbergtrasse unverändert ab und fordert Politik und Verwaltung auf, mögliche Alternativen nach den heutigen Erkenntnissen und unter den aktuellen Rahmenbedingungen erneut zu prüfen.
Der schreckliche Angriffskrieg, den Putins Russland in der Ukraine führt, und die Folgen für die dort lebenden Menschen erfüllen auch uns im Ortsverband Steinlach-Wiesaz mit großer Sorge. Wir haben mit der früheren Kassiererin unseres Ortsverbands, die aus der Ukraine stammt und inzwischen auf der Schwäbischen Alb lebt, eine Ansprechpartnerin, die uns in mehreren Videokonferenzen davon berichtet hat, was sie aus der Ukraine an Informationen bekommt. Dort leben nach wie vor Familienangehörige und Freund*innen von ihr.
Sie ist aber auch aktiv bei der Unterstützung von Geflüchteten, und zwar bei einem Verein namens Orfanis e.V. mit Sitz in Rosenfeld. Gerne würden wir als Ortsverband Steinlach-Wiesaz dessen Arbeit auch direkt finanziell unterstützen. Leider verbietet uns das Parteienrecht aber finanzielle Zuwendungen an Vereine. Daher rufen wir zu privaten Spenden an Orfanis auf - entweder direkt an den Verein oder über die aktuell laufenden Crowdfunding-Aktionen auf der Plattform Betterplace.
Wir sind überzeugt, dass Spenden an Orfanis unmittelbar und vollständig zugunsten betroffener Menschen aus der Ukraine eingesetzt werden, vor Ort in Rumänien und anderen Nachbarländern der Ukraine. Selbstverständlich ist der Verein gemeinnützig und Spenden sind daher steuerlich absetzbar. Orfanis berichtet auch aktuell auf Facebook über seine laufenden Aktivitäten, nachzulesen über diesen Link. Vielen Dank allen Spender*innen!
Eure Fragen zum Heizen
am 13. Februar 2026 ab 19.00 im Kulturcafe Mössingen, Brunnenstraße 3/1.
Ihr wollt über Heizarten, Fördermöglikchkeiten und Wertschöpfung vor Ort reden? Sehr gerne.
Mit lokalen Handwerksfirmen.
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